Zusatzqualifikation zum/zur Kräuterpädagog/in

Wenn du Lust hast, mit Kindern Heilpflanzen zu entdecken und anzuwenden,  dann ist die Zusatzqualifikation zum/zur Kräuterpädagog*in genau das Richtige für dich! 

Ein Interview mit Stella Reimers

© Stella Reimers

Was genau macht eigentlich ein/eine Kräuterpädagog*in? 
Das ist eine gute Frage, da der Begriff in Deutschland nicht geschützt ist und somit nicht klar definiert ist, was der/diejenige genau macht. In anderen Bundesländern muss ein Kräuterpädagoge zum Beispiel nicht zwingend ein/eine Pädagog*in sein. Bei unserer Qualifikation allerdings schon. Bei uns geht es nämlich darum, wie man mit Kindern mit Kräutern arbeiten kann. Es geht also um die Anwendung im pädagogischen Bereich. 

Gibt es derzeit einen Kräuter-Trend?
Ja, das ist sehr lustig zu beobachten, wie auf einmal alte Heilpflanzen im Supermarkt als “Superfoods” verkauft werden. Viele wissen nämlich gar nicht, dass diese Pflanzen auch direkt vor der eigenen Haustür wachsen. 

 

Wo ist Kräuterpädagogik überall einsetzbar?
In Kitas, eher im Elementarbereich, und nach oben gibt es altersmäßig keine Grenzen. 

 

Wie nehmen Kinder das an?
Die Kinder nehmen es sehr positiv an und machen begeistert mit. Allerdings anfangs unter Vorbehalt, da sie ja gelernt haben, dass man Pflanzen nicht in den Mund steckt und Brennnesseln “gefährlich” sind. Während des Kurses legen sie diese Unsicherheit aber ab und erleben einen Aha-Effekt. Sie öffnen sich für diese neuen Horizonte und erlernen aber auch einen differenzierteren Respekt für die Pflanzen. Auf spielerische Art wird ihre Neugier positiv unterstützt, indem wir den Pädagog*innen im Vorfeld genügend fachliches Wissen an die Hand geben. So entdecken beide Seiten gemeinsam einen anderen Zugang zu ihrer Umwelt und kommen aus ihrer Komfortzone raus. 

 

Wie finden die Eltern es, wenn das Kind nach Hause kommt und Brennesseln essen will? 
Es ist sehr wichtig die Eltern vorher mit ins Boot zu holen und sie zu informieren, zum Beispiel in Form eines Elternabends. Ansonsten kommen die Kinder nach Hause und bekommen zu hören: “das darfst du aber nicht essen”, obwohl sie ja vorher gelernt haben, dass man bestimmte Pflanzen essen darf. Das Vorwissen ist bei den Eltern ganz unterschiedlich. Wir haben beispielsweise beobachtet, dass Eltern mit Migrationshintergrund oft über mehr Wissen über Heilpflanzen verfügen und deshalb schon grundsätzlich offener dafür sind, als alteingesessene Familien. 

 

Was nehmen die Kinder am Ende des Tages mit? 
Wir machen mit ihnen einen Rundumschlag. Sie entdecken die Natur spielerisch und verwenden die entdeckten Kräuter dann. Wir kochen beispielsweise mit ihnen, indem wir Pesto oder Pudding zubereiten. Oder wir stellen Kosmetik her, wie zum Beispiel Cremes, die den Juckreiz bei einem Insektenstich lindern. Außerdem besprechen wir Dinge wie “warum wir Zimt zu Weihnachten benutzen”. Das alles bieten wir sowohl für drinnen, als auch für draußen an. Das Vermitteln von Wissen läuft bei uns besonders über die Selbsterfahrung und interessante Geschichten, die das Erlernen leichter machen.

 

Für wen ist die Qualifikation interessant?
Sie ist für alle, die pädagogisch arbeiten und Lust haben sich mit Heilpflanzen zu beschäftigen, interessant. 

 

Wer kann an der Qualifikation teilnehmen?
Teilnehmen kann jeder mit einem pädagogischen Hintergrund. Vorkenntnisse im Heilpflanzenbereich sind nicht erforderlich. Es reicht, wenn man Lust hat, sich damit zu beschäftigen und gerne draußen ist! 

 

Wie läuft die Qualifikation ab?
Die Qualifikation besteht aus sieben Terminen über das Jahr verteilt, da wir so einen ganzen Jahreszyklus mitnehmen können. Es ist ein Mix aus Theorie und Praxis. Dazu gehören beispielsweise rechtliche Grundlagen, und Praxis in Form einer Kräuterwanderung, bei der jedes Mal andere Pflanzen bestimmt werden und am Ende etwas Neues hergestellt wird. Am Ende gibt es eine kleine Prüfung und eine Projektarbeit, die man zum Abschluss präsentiert. 

 

Was nehmen die Teilnehmenden der Qualifikation mit? 
Die Teilnehmenden können eine bestimmte Menge an Pflanzen erkennen und bestimmen. Sie wissen was man im Rahmen von pädagogischer Arbeit mit den Heilpflanzen machen darf und was nicht. Außerdem erlernen sie Fertigkeiten, wie Kochen, Basteln, Herstellen von Mitteln für Kinder -Wehwehchen (Hustensaft, Insektenstich-Creme) und Geschichten über Herkunft und Brauchtum der Pflanzen. 

 

Was freut Sie besonders bei einer Qualifikation? 
Man lernt sehr spannende Leute kennen! Außerdem ist es toll zu sehen, welche Projektarbeiten sich die Teilnehmenden, mit den Kindern überlegen und sich und andere für Umwelt und Natur begeistern.

 

→ Zur Qualifikation "Kräuterpädagog/in"

© Stella Reimers